Die drei Schadensklassen
Jeder Lackschaden lässt sich in eine von drei Tiefenstufen einordnen — und davon hängt alles ab:
- Klarlack-Schaden: Nur die oberste, transparente Schicht ist verletzt. Typisch bei feinen Kratzern, Politurresten, Wischspuren. Lässt sich oft ohne neue Lackschicht polieren.
- Farblack-Schaden: Der eigentliche Farbton ist getroffen — Grundierung sichtbar, aber Blech intakt. Typisch bei Schlüssel-Kratzern, Bordstein-Schrammen, Steinschlägen. Klassischer Spot-Repair-Fall.
- Blech-Schaden: Der Schaden geht bis aufs blanke Metall, eventuell mit beginnendem Rost. Bei kleinen Stellen ist Spot-Repair plus Korrosionsschutz noch möglich — bei größeren ist die klassische Lackiererei wirtschaftlicher.
Was im Klarlack steckt — und warum es zählt
Moderne Auto-Lacke bestehen aus mehreren Schichten: Grundierung, Füller, Basislack (Farbton, evtl. mit Metallic-/Perlmutt-Pigmenten), Klarlack. Der Klarlack ist die Schutzschicht gegen UV-Strahlung, Säuren und mechanischen Abrieb. Wenn er beschädigt ist, altert der Farblack darunter deutlich schneller.
Deshalb: ein Steinschlag, der nur "ein bisschen weiß" aussieht, ist eigentlich eine offene Wunde — und sollte zeitnah versiegelt werden, bevor Wasser, Streusalz und UV-Licht ihren Job machen.
Spot-Repair-Kandidaten erkennen
So sieht ein typischer Spot-Repair-Fall aus:
- Der Schaden ist räumlich abgegrenzt (eine Stelle, keine ausgedehnte Fläche)
- Maximale Länge eines Kratzers: ca. 30 cm
- Tiefe bis maximal zur Grundierung
- Keine umlaufende Knickkante, kein gebrochenes Blech
- Lackton ist nicht extrem schwierig (kein Mehrschicht-Perlmutt-Spezial)
In dem Fall ist Spot-Repair fast immer das wirtschaftlichste Verfahren — schneller, günstiger und ohne Großflächen-Lackierung, die auch noch Bauteile drumherum mit-belastet.
Wann sich Spot-Repair NICHT lohnt
Wir empfehlen klassische Lackiererei, wenn:
- Mehrere große zusammenhängende Flächen betroffen sind (z. B. ganze Motorhaube nach Hagel mit Lackplatzern)
- Der Lack durchrostet ist und zuerst entrostet werden muss
- Es um Premium-Mehrschichtlacke geht, deren Anmischung im Spot-Repair-Verfahren unverhältnismäßig aufwändig wäre
- Ein Bauteil komplett erneuert wird (Stoßfänger, Tür) — dann wird ohnehin in der Lackiererei beigelackiert
Wir sagen Ihnen das ehrlich vorab — auch wenn der Auftrag dann nicht zu uns geht.
Was Sie in 30 Sekunden selbst prüfen können
Mit dem Fingernagel über den Kratzer ziehen:
- Hängt nicht ein → reiner Klarlack-Schaden → oft mit Politur erledigt
- Hängt leicht ein → bis in den Farblack → Spot-Repair-Kandidat
- Hängt deutlich ein, sieht silbrig/grau aus → bis aufs Blech → schnell handeln
Wenn Sie unsicher sind: schicken Sie uns 2–3 Fotos bei Tageslicht — eines mit Maßstab (Streichholz oder Münze daneben). Wir sagen Ihnen innerhalb von 24 Stunden, ob Spot-Repair sich rechnet und mit welchem Kostenrahmen Sie rechnen können.
Anrufen oder Foto schicken kostet nichts — Fehlentscheidungen kosten oft 200 € und mehr. Mehr zur Lack-Leistung · Foto direkt im Widget hochladen.




